Lachen Gongpa Rabsel

Lachen Gongpa Rabsel (tib. bla chen dgongs pa rab gsal; 832 (?) -915 (?)) ist der Gründer des Dentig-Klosters. Er wurde von drei als die ‚Drei Weisen aus Tibet‘ bekannten Mönchen ordiniert, die aus „Zentraltibet“ geflohen waren, um der Verfolgung durch König Langdarma (reg. 836-842 oder 901-907) zu entgehen. Gongpa Rabsel ordinierte hier wiederum die „zehn Mönche aus Ü und Tsang“, darunter Lume, und setzte so die Traditionslinie fort. Der 13. Dalai Lama und der gegenwärtige 14. Dalai Lama, der buddhistische Mönch Tendzin Gyatsho, sind auch Halter dieser Ordinationslinie.
Vorbemerkung: Sonderzeichen und Anmerkungen sind durchweg ausgelassen.
„Als König Glang dar ma im 9.Jh. die buddhistische Lehre zerstörte, gingen sTod lung pa Mar Sakya mu ne, Bo dong pa gYo dGe ‚byung und gTsang Rab gsal nach Dan thig in A mdo und führten dort gemeinsam mit den beiden chinesischen Mönchen (Hva San) Kevan und Gyivan entsprechend der Sonderregelung für die abgelegenen Regionen nur zu fünft die volle Ordination für den berühmten Bla chen dGong pa rab gsal (952-1035) durch. Im Jahre 978 leitete Bla chen dGong pa rab gsal seinerseits für Klu mes Tshul khrims shes rab (geb. 10. Jh.), Lo ston rDo rje dbang phyugs (geb. 10. Jh.) und andere, insgesamt zehn Novizen, fünf aus gTsang und fünf aus dBus, die volle Ordination zum Bhiktsu. „Sukzessiv“ breitete sich dann diese Linie zurück nach dBus und gTsang aus.“

Giuseppe Terragni

Giuseppe Terragni (* 18. April 1904 in Meda, Italien; † 19. Juli 1943 in Como, Italien) war ein italienischer Architekt und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des italienischen Rationalismus.

Giuseppe Ercole Enea Terragni wurde als jüngster von vier Söhnen des in Meda tätigen Bauunternehmers Michele Terragni geboren. 1909 zog die Familie Terragni nach Como in die via Indipendenza. Ab 1917 besuchte Giuseppe Terragni das Istituto Tecnico Cajo Plinio Secondo in Como. Danach studierte er von 1921 bis 1926 Architektur am Mailänder Polytechnikum, wo er im Oktober 1926 diplomierte.
Zusammen mit sechs weiteren Hochschulabsolventen des Politecnico di Milano – Luigi Figini, Guido Frette, Sebastiano Larco, Adalberto Libera, Gino Pollini, Carlo Enrico Rava – gründete er 1926/27 unter dem Namen Gruppo 7 die Architektur-Bewegung der Architettura Razionale. Das Manifest des italienischen Rationalismus (Razionalismo), die sogenannten 4 note, wurden von der Gruppo 7 unter dem Titel „Architektur und eine neue Epoche der Klassik“ in der Zeitschrift La Rassegna Italiana zwischen Dezember 1926 und Mai 1927 veröffentlicht.
Nach seinem Architekturdiplom gründete Giuseppe 1927 mit seinem Bruder Attilio Terragni ein Architekturbüro im elterlichen Wohnhaus in Como. Dieses Büro wurde bis 1939 geführt. Bei der ersten Ausstellung der Architettura Razionale 1928 in Rom war Terragni mit seinem Entwurf für ein Gaswerk in Como (1927) vertreten. 1932 begann seine Zusammenarbeit mit dem Mailänder Architekten Piero Lingeri, mit dem er 1936 die Casa Rustici in Mailand realisierte.
Terragni ist einer der wichtigsten Wegbereiter der architektonischen Moderne in Italien. Für Bruno Zevi stellt das Werk Terragnis den Ankerpunkt einer organischen und innerlich demokratischen Architektur dar, für die es ansonsten in Italien kaum Ansatzpunkte gibt. Zu den wesentlichen Gestaltungselementen seiner Architektur zählte die strikte Ablehnung des Historismus sowie die Reduktion auf elementare geometrische Grundformen. Neben der Orientierung an den Leitbildern der klassischen Moderne wurden durch die romanità und mediterraneità bewusst auch nationale Bautraditionen zum Vorbild. Gerade die Verwendung von Marmor oder auch die Dreidimensionalität der Fassade zählen für die Architettura Razionale zu den nationalen Prägungen. Schon 1925 war Terragni nach Florenz und Rom gereist, um dort die Architektur der Antike und Renaissance zu studieren. Er zeigte sich fasziniert von den kristallklaren geometrischen Körpern, deren Formenreichtum auf wenigen Typen basiert. Für das genaue Studium der Architektur der Moderne unternahm er 1927 (Oktober/November) und 1931 (November) Reisen nach Deutschland.
Seinem Selbstverständnis zufolge betrachtete Terragni seine Architektur keinesfalls frei von historischen, vor allem klassizistischen Bezügen. Im Sinne ihrer abstrahierenden Momente bezog er sich bewusst auf die römische Antike, wie etwa die Qualität von Ordnung und Rhythmus in seinen Arbeiten zeigen. Terragnis Klassizismus beruht demnach auf einem absoluten Purismus mathematischer Beziehungen, der sich in klassischen Proportionen ausdrückt.
In seiner nur 13 Jahre währenden Schaffenszeit von 1926 bis 1939 errichtete er zahlreiche Gebäude, die konsequent vom Geist der Moderne getragen sind, darunter das Wohngebäude Novocomum mit seiner markanten, an Konstantin Stepanowitsch Melnikow erinnernden Ecklösung (1929), die Casa del Fascio (heute Casa del Popolo, 1936) mit ihrem rationalistischen Proportions- und Raumordnungssystem sowie den Kindergarten Sant’Elia (1937). Alle genannten Gebäude befinden sich in Terragnis Hauptschaffensort, dem norditalienischen Como.
Typisch für die Situation in Italien war, dass sich Terragni, wie fast alle anderen führenden italienischen Modernisten, offen zum Faschismus bekannte und seine rationalistische Architektur dem Regime als Staatsstil anzudienen versuchte. Erst nach 1935 gewannen in Italien neoklassizistische, monumentale Tendenzen der sogenannten Scuola Romana schrittweise die Oberhand. Terragni hatte sich davon bis zu seinem frühen Tod mit 39 Jahren allerdings nicht beeinflussen lassen. Am 19. Juli 1943 verstarb er in Como an den Folgen seines Einsatzes als Soldat an der deutsch-italienischen Front in Russland. Nach einer kurzen Zeit im russischen Feldlazarett wurde er im Januar 1943 nach Italien zurückgebracht und in Cesenatico in das Ospedale Militare eingeliefert. Trotz längerer Klinikaufenthalte konnte er sich jedoch nicht mehr erholen und erlitt eine Hirnvenenthrombose.
Vor allem für nachfolgende Architekten wie Aldo Rossi, Nicos Valsamakis aber auch Peter Eisenman war Giuseppe Terragni ein wichtiger Bezugspunkt.

Friedrich zu Castell-Castell

Friedrich Graf zu Castell-Castell (* 28. August 1874 in Großgmain; † 2. Dezember 1919 in Dresden) war ein sächsischer Ministerial- und Verwaltungsbeamter.
Friedrich zu Castell-Castell war Sohn des Obersthofmeisters des Königs von Bayern und Königlicher bayerischer Generalleutnant à la Suite der Armee Gustav Graf zu Castell-Castell und der Elisabeth geb. Gräfin Brühl. Nach dem Besuch des Wilhelmsgymnasiums München studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Lausanne und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Rechtswissenschaften. 1895 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn. Nach dem Studium trat er in den sächsischen Staatsdienst ein. 1902 war er Königlicher sächsischer Assessor in Dresden. Er wurde Legationsrat im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten in Dresden. Von 1914 bis 1918 war er Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Oschatz 1918 wechselte er in die Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt, wo er bis zu seinem Tod Amtshauptmann war. Zu Castell-Castell war Rittmeister à la suite der Armee. Er war verheiratet mit Caroline Gräfin von Hohenthal und Bergen, Tochter des sächsischen Innen- und Außenministers Wilhelm von Hohenthal. Sie hatten eine Tochter.

Ilse Ridder-Melchers

Ilse Ridder-Melchers (* 28. September 1944 in Hindenburg/Oberschlesien, heute Zabrze) ist eine deutsche Politikerin (SPD).

Ilse Ridder-Melchers kam als Kleinkind in das Münsterland und besuchte dort die Volks- und Realschule. Anschließend arbeitete sie als Jahrespraktikantin in einem Kinderheim. Im Jahr 1965 machte sie in Münster Abitur.
Im Jahr 1966 trat Ridder-Melchers der SPD bei. Bereits 1969 wurde sie Mitglied des Stadtrats von Coesfeld und 1972 Fraktionssprecherin. Vorher war sie seit dem Jahr 1970 Vorstandsmitglied der Jungsozialisten im Unterbezirk Münster. 1976 wurde sie Mitglied des Vorstands des SPD-Unterbezirks Coesfeld. Am 17. Januar 1977 rückte sie über die Landesreserveliste als Nachfolgerin für Richard Grünschläger in den nordrhein-westfälischen Landtag nach. Grünschläger wurde zu diesem Zeitpunkt Regierungspräsident in Arnsberg.
Vom 17. Januar 1977 bis 29. Mai 1985, vom 7. November 1985 bis 31. Mai 1995, vom 4. Januar 1996 bis 1. Juni 2000 und vom 19. Februar 2003 bis 7. Juni 2005 saß sie im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Von 1990 bis 1998 war sie nordrhein-westfälische Ministerin für die Gleichstellung von Mann und Frau.
1999 scheiterte sie im Kreis Coesfeld als Landratskandidatin. Sie erreichte mit 27,2 % nur Platz 2. Seit 2006 ist sie als Verantwortliche für den Fachbereich Frauen und Gleichstellung Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbunds.
Ilse Ridder-Melchers wohnt in Coesfeld im Münsterland, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Am 20. August 2008 erhielt sie den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Kabinett Rau IV – Kabinett Rau V

Josef Hartmann (Bürgermeister)

Josef Hartmann (geb. um 1668 in Fontanella, Großes Walsertal in Vorarlberg; gest. am 17. Mai 1732 in Wien), aus einer Bauernfamilie stammend, war im Laufe seines Lebens in verschiedensten Positionen, unter anderem: Jurist, Richter, Stadtrat und zweimal Bürgermeister von Wien.

Gemäß neuerer Untersuchungen der Taufbücher in der Gemeinde Sonntag, Fontanelle und Damüls soll Josef Hartmann bereits am 25. August 1662 in Damüls getauft worden sein. Der Vater waren demnach Peter Hartmann (Sohn des Josef Hartmann und der Katharina Hartmannin. Peter wurde getauft am 11. Februar 1625 in Sonntag, gest. 1. Juli 1691 in Fontanella), verheiratet seit 29. Mai 1650 mit Afra Domigin (geb. um 1623, gest. 4. Juli 1681 auf Alpe Kriegboden). Aus dieser Ehe stammen vier Kinder. Josef Hartman habe daher drei Geschwister gehabt, Christian (getauft: 8. September 1651 in Damüls, gest. 17. September 1676 in Fontanella), Maria (getauft: 24. März 1653 in Sonntag) und noch eine Maria (getauft: 6. Januar 1657 in Sonntag).
Josef Hartmann war Doktor der Rechte. Wo Hartmann seine Studien absolvierte und den Titel Dr. jur. erlangte ist unbekannt. Er wurde 1702 Urteilsschreiber in Wien (Beamter). 1703 erhielt er das Bürgerrecht von Wien und wurde 1704 Stadtgerichtsbeisitzer. 1708 wurde er Gegenhandler. 1710 wurde er Mitglied des Inneren Rats und gehörte dreißig Jahre dem Wiener Stadtrat an. 1713–1716 und 1721–1724 war er Stadtrichter, 1717 bis 1720 und 1725/1726 Bürgermeister von Wien.
Die 1725 geschaffene erste Wiener Bauordnung soll wesentlich auf Hartmann zurückzuführen sein.
Hartmann heiratete am 3. Dezember 1712 in der Kirche St. Stephan die Maria Anna Puechenegg (gest.: 20. Mai 1730). Die Familie wohnte ab 1721 in der Wien Innere Stadt in einer Dienstwohnung (Am Hof Nr. 9). Der Ehe entstammten vier Kinder.
Um 1700 (oder 1717) stiftete Hartmann die Kapelle Hl. Anna in Faschina (1951/52 restauriert).
Hartmann galt als sehr geschäftstüchtig und vermögend. 1712 z.B. kaufte er ein unbebautes Grundstück auf welches um 1724 ein Gebäude des Baumeister Jakob Oeckhl (Palais Oeckhl) errichtet war. Bei seinem Tod 1732 hinterließ er ein Vermögen von über 130.000 Gulden, welche fast zur Hälfte aus festverzinslichen Obligationen bestanden haben sollen (Oberkammeramt, Stadtbanco). Ihm gehörten zwei Häuser in der Inneren Stadt und jedes der Kinder soll 3200 Gulden in bar geerbt haben.
Johann Andreas von Liebenberg | Simon Stephan Schuster | Daniel Fockhy | Johann Franz Peickhardt | Jakob Daniel Tepser | Johann Franz Peickhardt (2.) | Jakob Daniel Tepser (2.) | Johann Franz Wenighoffer | Johann Lorenz Trunck von Guttenberg | Josef Hartmann | Franz Josef Hauer | Josef Hartmann (2.) | Franz Josef Hauer (2.) | Johann Franz Purck | Franz Daniel Edler von Bartuska | Andreas Ludwig Leitgeb | Johann Adam von Zahlheim | Peter Joseph Kofler | Andreas Ludwig Leitgeb (2.) | Peter Joseph Edler von Kofler (2.) | Leopold Franz Gruber | Josef Anton Bellesini | Leopold Franz Gruber (2.) | Josef Georg Hörl

Hinterlegung (Verzug)

Die Hinterlegung ist im Schuldrecht ein Instrument, um sich im Falle eines Annahmeverzugs durch den Gläubiger von der Leistungspflicht zu befreien.
Nach dem deutschen Schuldrecht ist ein Schuldner zur Hinterlegung berechtigt, wenn sein Gläubiger in Annahmeverzug ist (§ 293 ff. BGB), eine Ungewissheit über die Person des Gläubigers besteht (z. B. strittige Abtretung) oder er aus einem anderen in der Person des Gläubigers liegenden Grund seine Verbindlichkeit nicht oder nicht mit Sicherheit erfüllen kann (§ 372 BGB). Die Hinterlegung ermöglicht dem Schuldner auch in diesen Fällen eine rechtzeitige Erfüllung, ohne sich Risiken auszusetzen.
Hinterlegt werden können nur Geld, Wertpapiere und sonstige Urkunden sowie Kostbarkeiten. Grundsätzlich muss die Hinterlegung bei der Hinterlegungsstelle des Leistungsorts erfolgen. Sie ist jedoch auch wirksam, wenn sie an einem anderen Ort vorgenommen wird. Hinterlegungsstellen sind die Amtsgerichte.
Der Schuldner hat das Recht zur Rücknahme der hinterlegten Sache, wenn er auf dieses Recht nicht gegenüber der Hinterlegungsstelle verzichtet hat. Die Rücknahme ist auch ausgeschlossen, wenn der Hinterlegungsstelle eine Annahmeerklärung des Gläubigers oder ein die Hinterlegung für rechtmäßig erklärendes rechtskräftiges Urteil vorliegen.
Ist das Rücknahmerecht des Schuldners ausgeschlossen, hat die Hinterlegung dieselbe Wirkung wie eine Leistung an den Gläubiger. Bei nicht ausgeschlossenem Rücknahmerecht kann der Schuldner den Gläubiger auf die hinterlegte Sache verweisen.
Das Hinterlegungsverfahren ist nach Abschaffung der bundesrechtlichen Hinterlegungsordnung in den landesrechtlichen Hinterlegungsgesetzen geregelt.
In der Schweiz ist eine Hinterlegung gemäss Art. 92 OR möglich, wenn sich der Gläubiger in Annahmeverzug befindet. Waren können dabei auch ohne Erlaubnis durch den Richter hinterlegt werden. Die Kosten gehen zu Lasten des Gläubigers, ebenso wie dieser die Gefahr trägt. Der Schuldner kann die hinterlegte Sache wie bei jedem Hinterlegungsvertrag jederzeit wieder zurücknehmen, wodurch die ursprüngliche Obligation wieder auflebt. Ist die Ware verderblich, so kann sie mit richterlicher Genehmigung öffentlich versteigert werden, wobei sich der Schuldner anschliessend durch Hinterlegung des Erlöses von seiner Erfüllungspflicht befreien kann.

Django – Unerbittlich bis zum Tod

Django – Unerbittlich bis zum Tod (Originaltitel: Il mio nome è Mallory… “M” come morte) ist ein 1971 entstandener Italowestern, den Mario Moroni inszenierte. Im deutschsprachigen Raum wurde der meist sehr negativ besprochene Film auf Video erstaufgeführt.

Mallory, ein ‚Halbblut‘, und der ehemalige Yankee-Colonel Hasper sind Geschäftspartner und erwerben die große Jefferson-Farm. Nach Abschluss des Vertrages wird Jefferson ermordet und die bezahlte Summe gestohlen; die Täter Hambler und Block Stone sind anschließend auch hinter Mallory und Hasper her, um sich in den Besitz der Farm zu bringen. Der mit Hamblers jüngerer Schwester Cora verbandelte Mallory wird vor einem Überfall von Hamblers Leuten gewarnt. Bei einem Aufeinandertreffen der beiden Seiten wird Hasper getötet und Mallory schwer verwundet. Cora pflegt ihn hingebungsvoll wieder gesund. Immer noch zögert Mallory, den Bruder seiner Geliebten umzubringen; ein Streit zwischen Hambler und Block, in dessen Folge beide sterben, entbindet ihn von diesem Problem.
Verrisse überall: Das Lexikon des internationalen Films sah in dem „dilettantischen“ Film „in jeder Hinsicht eine Zumutung“.; „Der Film geht völlig mausgrau entlang den üblichen Standards des Genres“, befanden Segnalazioni Cinematografiche. Christian Keßler bemerkt vor allem die deutsche Synchronisation: „Der Film war, vor seiner Annektierung für den deutschen Markt, einfach nur sehr schlecht. (…) Daß aus diesem unbedeutenden Film des Tanio Boccia-Schülers Mario Moroni doch noch ein denkwürdiges Erlebnis geworden ist, geht voll und ganz auf das Konto der Synchronisation, die mir absolut unerklärlich ist! (…) Die Diktion als unnatürlich zu bezeichnen, wäre ein Understatement, das über meine Kräfte ginge. Die Sätze werden hilflos mitgerissen vom linguistischen Strom…“

Iris-Jörg

Seestern (1964–1965) Eilenburg (1956–1964)
Die Iris-Jörg ist ein Küstenmotorschiff, das als Museumsschiff im Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum in Wischhafen zu sehen ist. Das Schiff steht unter Denkmalschutz.

Das Schiff wurde 1956 als Eilenburg auf der Werft Nobiskrug in Rendsburg gebaut. Der Stapellauf fand am 19. April, die Übergabe an den Auftraggeber, die Reederei Süptitz & Co. in Hamburg, fand am 24. Mai 1956 statt. Das Schiff war eines von sechs Schwesterschiffen.
Das Schiff verfügte über zwei Ladebäume mit einer Tragfähigkeit von jeweils 1,5 Tonnen. Diese wurden später, als das Schiff nur noch Massengüter transportierte, entfernt. Die Ladeluke ist mit einer Holzabdeckung versehen, die auf Scherstöcken aufliegen. Für den Transport von Holz ist das Schiff mit Vorrichtungen für Stützpfähle für die Decksladung ausgerüstet. Aufgrund seiner niedrigen Bauweise und klappbarer Masten konnte das Schiff auch Binnenwasserstraßen befahren und so Grubenholz von Skandinavien bis ins Ruhrgebiet transportieren.
1964 wurde das Schiff an Hans Thode aus Hamburg verkauft und bekam den neuen Namen Seestern. Kaum ein Jahr später übernahm Karl Meier das Fahrzeug und gab ihm nach seinen beiden Kindern den Namen Iris-Jörg. 1982 dann kaufte Hubertus Klose aus Stade das Schiff, der es 2002 aus Altersgründen abgab.
Die Iris-Jörg wurde 2002 von der Gemeinde Wischhafen für 32.500 Euro gekauft und dem Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum zur Verfügung gestellt. Neuer Heimathafen des zuletzt in Hamburg beheimateten Schiffes wurde Wischhafen. Das Schiff, das weitestgehend im Originalzustand erhalten ist, beim Ankauf aber in einem schlechten Zustand war, wurde mit Hilfe zahlreicher freiwilliger Helfer aufwendig restauriert. Die Restaurierung wurde 2003 von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Kreissparkasse Stade mit 10.000 Euro unterstützt.
Blick in die Kapitänskajüte
Blick auf die Brücke
Blick auf den Hauptmotor
53.7735799.322141Koordinaten: 53° 46′ 25″ N, 9° 19′ 20″ O

Colla Jessen

Colla Jessen (* Februar 1869 in Livland; † nach 1913) war ein Theaterschauspieler.

Er sollte wie seine Brüder nach Absolvierung des Gymnasiums die Universität beziehen, allein er zog es vor Landwirtschaft zu betreiben. Nach einjähriger Tätigkeit unternahm er eine große Reise, die ihn mehr als ein Jahr in der Welt umherführte.
Schließlich ließ es sich in Berlin nieder, wo er sich neben Musik und Malerei insoweit mit dem Theater beschäftigte, als er bei Heinrich Oberländer dramatischen Unterricht nahm. Nach einigen Monaten jedoch begab er sich nach Wien und hier, durch die Eindrücke des Burgtheaters angeregt, drängte es ihn gewaltsam zur Bühne.
Er debütierte 1890 in Meran, kam dann nach Innsbruck 1891, 1892 nach Gera, 1893 nach Potsdam, 1894 nach Barmen, war von 1895 bis 1897 am Hoftheater Altenburg, von 1897 bis 1898 am Berliner Theater und Theater des Westens und wurde 1898 für die vereinigten Stadttheater in Breslau gewonnen. Dort wirkte er bis 1902.
Sein weiterer Lebensweg ist unbekannt.

Veer und Zaara – Die Legende einer Liebe

Veer und Zaara – Die Legende einer Liebe (Hindi, वीर-ज़ारा, Vīr-Zārā) ist ein Bollywood-Film, der in Indien und in Pakistan spielt und am 12. November 2004 in die Kinos kam. Sein englischer Untertitel A Love Legend (= eine Liebeslegende) verdeutlicht die Haupthandlung dieses Blockbusters.

Der Film erzählt die Geschichte von Veer Pratap Singh, Geschwaderführer der Indischen Luftwaffe (Lebensrettung), und der Pakistanerin Zaara Hayat Khan.
Die beiden lernen sich in Indien bei einem Rettungseinsatz kennen. Zaara ist nach Indien gereist, um die Asche ihrer geliebten Ziehmutter Bebe in Kiritpur (Lage bei Anandpur rund 25 Kilometer nördlich von Rupar am Fluss Satluj an der NH21), dem heiligen Ort der Sikhs in Punjab, bei ihren Ahnen dem Wasser zu übergeben.
Nach einer anfänglichen Meinungsverschiedenheit beschließt Veer, Zaara zu helfen und sie dahin zu begleiten. Als Gegenleistung bietet Zaara an, ihm einen Wunsch zu erfüllen und Veer bittet sie um einen Tag ihres Lebens. Er möchte mit ihr das Lodifest verbringen, ihr seine Familie vorstellen und ihr das Dorf zeigen. Während des gemeinsamen Tages bei seinen Zieheltern gewinnt Zaara die Zuneigung der beiden und Veers Liebe. Sie verändert das Dorf, indem sie den Grundstein für die von ihr eingebrachte Anregung, eine Mädchenschule, legt.
Als Veer sie am nächsten Tag zum Bahnhof begleitet und ihr seine Gefühle offenbaren will, treffen beide auf Zaaras Verlobten Razaa. Während eines kurzen Augenblicks des Alleinseins gesteht Veer Zaara doch noch seine Liebe und es wird ein trauriger Abschied. Wieder in Pakistan zurück, kann Zaara Veer nicht vergessen. Sie sieht ihn überall und gesteht sich ein, dass auch sie ihn liebt.
Kurz vor der Verlobungszeremonie wird Veer von Zaaras Freundin Shaboo telefonisch gebeten, nach Pakistan zu kommen und Zaara mit nach Indien zu nehmen. Da Veer jedoch ein indischer Militärangehöriger ist, muss er zunächst seinen Dienst quittieren, um in Pakistan einreisen zu dürfen. Als Zaara ihn in der Moschee erblickt, geht sie auf ihn zu und die beiden umarmen sich innig. Noch am selben Abend wird Veer von Zaaras Mutter aufgesucht, die ihn bittet, Zaara dem Wunsch ihres Vaters gemäß, Razaa heiraten zu lassen, um das Leben ihres Mannes zu retten. Dieser hat nach dem Vorfall in der Moschee einen Herzanfall erlitten und befindet sich im Schockzustand. Veer willigt ein und versichert, dass Zaara nach einem Gespräch dem Wunsch ihrer Eltern entsprechen wird.
Veer und Zaara treffen sich am nächsten Tag und besprechen, wie sie ihre Zukunft handhaben und mit ihrer Liebe umgehen werden. Nach einer letzten Umarmung trennen sich die beiden.
Als Veer am Tag danach in den Bus, der ihn zurück nach Indien bringen soll, steigen will, wird er von der Polizei verhaftet. Als man zusätzlich zu seinem eigenen einen gefälschten Pass bei seinen persönlichen Sachen findet, wird er der Spionage beschuldigt. Schnell stellt sich heraus, dass hinter der Intrige Zaaras Verlobter steckt, der die Demütigung, dass Zaara einen anderen Mann liebt, nicht ertragen kann und Vergeltung fordert.
Razaa überlässt Veer die Entscheidung über Zaaras Schicksal – das Himmel oder Hölle bedeuten wird. Wenn Veer Pratap Singh den Rest seines Lebens schweigend als Spion hinter Gittern verbringt, bedeutet das für Zaara das Paradies auf Erden. Würde er Zaara mit seinem Aufenthalt in Pakistan in Verbindung bringen, um sich von dem Vorwurf der Spionage befreien und nach Indien zurückkehren zu können, käme Zaaras Leben einer Hölle gleich. Veer und Zaara stimmen gleichzeitig zu: Zaara zur Hochzeit mit Razaa und Veer zum lebenslänglichen Gefängnisaufenthalt (durch die Unterschrift auf einem Dokument, in dem Veer zugibt, dass er Rajesh Rathore heißt und ein Spion ist).
Der Bus, der Veer nach Indien bringen sollte, verunglückt unterwegs ohne Überlebende. Für seine Eltern in Indien ist Veer, der auf der Passagierliste stand, tot. In Pakistan hat es Veer Pratap Singh nie gegeben.
22 Jahre später betritt die Rechtsanwältin Saamiya Siddiqui im Auftrag einer Menschenrechtskommission die Zelle des indischen Gefangenen Nr. 786 in Lahore und unterrichtet ihn darüber, dass einige Verfahren einsitzender Gefangener neu verhandelt werden und dass auch sein Fall darunter ist. Sie erzählt ihm auch, dass sie sehr hart gearbeitet hat und er nun ihr erster Fall ist und man nach vorliegender Sachlage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgeht, dass sie scheitern wird und somit der Weg in die Männerdomäne Juristik für alle Frauen für immer verschlossen bleiben wird. Damit wäre das Lebenswerk ihres verstorbenen Vaters, der sich für die Gleichstellung der Frau eingesetzt hat, für immer zerstört. So bittet sie ihn um seine Hilfe. Zunächst bleibt Veer auch ihr gegenüber stumm, doch als Saamiya ihn mit seinem vollen Namen – Veer Pratap Singh – anspricht, bricht er erstmals nach 22 Jahren sein Schweigen und erzählt ihr seine Geschichte.
Saamiya ist gerührt und erkennt die damals gemachten Fehler, sowie auch ihre Chance für Veer, Gerechtigkeit zu erstreiten. Sie verspricht, nicht eher Blumen auf das Grab ihres Vaters zu legen, bis Veer Pratap Singh seinen Namen, seine Identität und seine Freiheit zurückerlangt hat. In der Verhandlung trifft Saamiya auf ihren alten Lehrmeister und in diesem Fall die Anklage vertretenden Staatsanwalt Zakir Ahmed, ein sehr erfahrener und vor Gericht stets unbesiegter Jurist. Einst trennten sich ihre Wege wegen der Unvereinbarkeit ihrer unterschiedlichen Auffassungen von Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit.
Bereits nach dem ersten Verhandlungstag ist die Lage für das Gericht durch das unterschriebene Geständnis eindeutig. Eine Vorladung Zaaras lehnt Veer strikt ab. Er ist nicht in der Lage, Zaaras Ehre, die er 22 Jahre lang durch sein Schweigen behütet hat, nun mit Füßen zu treten und dann nach Indien zurückzukehren. Saamiyas einzige Möglichkeit ist eine Reise nach Indien, um die erforderlichen Beweise für die wahre Identität Veers zu erbringen.
Zunächst erscheint auch das ausweglos, da Veers Eltern inzwischen verstorben sind. In seinem Elternhaus trifft Saamiya jedoch auf Zaara und Shaboo. Sie erzählt ihnen von Veers Schicksal und erfährt, wie Zaaras Leben während dieser Zeit verlaufen ist. Zaara hatte, unterstützt von ihrem Vater, die Hochzeit mit Razaa annullieren lassen, als sie von Veers Tod erfuhr. Sie ging nach Indien in Veers Elternhaus und half dessen Zieheltern, Veers Traum, der auch der Traum seines Vaters war, zu verwirklichen. Obwohl die beiden verstorben sind, hat sie, die Pakistanerin, sich entschieden, den Rest ihres Lebens in Indien zu verbringen.
Saamiya und Zaara reisen nach Pakistan und Zaara legt dem Gericht die nötigen Unterlagen zu Veers Entlastung vor. Das Gericht entlässt Geschwaderführer Veer Pratap Singh mit allen Ehren in die Freiheit und bittet im Namen des Staates Pakistan für die verlorenen 22 Jahre um Vergebung. Veers vorgetragene Zeilen über seine Zeit in Pakistan unterstreichen die Gemeinsamkeiten seines Heimatlandes mit dem Land, in dem er 22 Jahre seines Lebens verbracht hat.
Zakir Ahmed tritt als Staatsanwalt zurück. Er erkennt, dass die Zukunft dieser beiden zerstrittenen Länder in den Händen von jungen, unbelasteten Menschen liegt, denen die Wahrheit und Gerechtigkeit über alles geht, und die nicht stets die Kriege von 1947–1965 und 1999 in jedes Vorwort mit einfließen lassen.
Saamiya hat das Lebenswerk ihres Vaters vollendet. Sie begleitet Veer und Zaara bis zur Grenze (Wagah Border bei Atari) und die beiden kehren nach Indien zurück. Veer und Zaara, deren Namen nie zusammen erwähnt werden durften, sind nun für immer vereint.
Der Soundtrack zum Film erschien am 12. August 2004 bei dem Label „Yash Raj Music“. Alle Songs des Films basieren auf den bis dahin unveröffentlichten Kompositionen des 1975 verstorbenen Musikers Madan Mohan. Für den Film wurden die Lieder von seinem Sohn Sanjeev Kohli überarbeitet. Die Liedtexte stammen von Javed Akhtar, der bei den 50. Filmfare Awards drei Nominierungen in der Kategorie „Best Lyrics“ erhielt. Insgesamt erhielt der Soundtrack sieben Filmfare Nominierungen, jedoch erhielt nur der Song „Tere Liye“ eine Auszeichnung für den besten Liedtext. Mit über 3 Millionen verkauften Einheiten ist die Musik-CD zu „Veer-Zaara“ der meistverkaufte Bollywood-Soundtrack des Jahres 2004.
Veer und Zaara – Die Legende einer Liebe wurde während der 50. Filmfare Awards für insgesamt 15 Preise nominiert, gewann aber schließlich nur vier:
Star Screen Awards:
IIFA Awards:
Dhool Ka Phool | Dharmputra | Waqt | Ittefaq | Daag | Joshila | Deewaar | Kabhi Kabhie | Trishul | Kaala Patthar | Silsila | Mashaal | Faasle | Vijay | Chandni | Lamhe | Parampara | Darr | Dil To Pagal Hai – Mein Herz spielt verrückt | Veer und Zaara – Die Legende einer Liebe | Solang ich lebe – Jab Tak Hai Jaan