Störbrücke (A 23)

53.9263888888899.4794444444444Koordinaten: 53° 55′ 35″ N, 9° 28′ 46″ O
f1
Bundesautobahn 23
Stör
Die Störbrücke ist eine über einen Kilometer lange Straßenbrücke bei Itzehoe, die die Stör – in diesem Abschnitt als Seeschifffahrtsstraße klassifiziert – überspannt.
Die erste Brücke wurde 1967 als Teil der Bundesstraße 5 eröffnet. Zwischen 2007 und 2015 wurde diese durch zwei parallele Brückenzüge der Bundesautobahn 23 ersetzt.

Gebaut wurde die (zuletzt) dreispurige, ursprünglich mit zwei Fahrstreifen und beidseitigen Seitenstreifen angelegte Hochbrücke zwischen 1965 und 1967 mit 26 Öffnungen, einer Gesamtlänge von 1160 m und einer Breite von 16 m. Die Spannbetonkonstruktion besteht aus drei Abschnitten.
Der erste Abschnitt ist die 392 m lange, südliche Rampenbrücke. Er hat neun Öffnungen mit jeweils 40 m Stützweite. Im zehnten, 44 m langen Feld ist nach 32 m ein Gerbergelenk als Übergangskonstruktion zur Strombrücke angeordnet. In Längsrichtung ist das Bauwerkssystem ein Durchlaufträger mit einer konstanten Konstruktionshöhe von 2,8 m. In Querrichtung ist ein zweistegiger Plattenbalken vorhanden. Die Stege haben einen Achsabstand von ungefähr 7,8 m und 1,35 m breite Flansche.
Die folgende 256 m lange, dreifeldrige Strombrücke besitzt in den beiden Randfeldern Stützweiten von 58,5 m und im Hauptfeld von 115 m. Der Überbau kragt an beiden Enden 12 m bis zum Gerbergelenk aus. In Längsrichtung ist das Bauwerkssystem ein Durchlaufträger. Der gevoutet ausgebildete Überbau hat eine maximale Konstruktionshöhe von 6,5 m über den Uferpfeilern. In Querrichtung ist ein zweistegiger Plattenbalken vorhanden, der zur Aufnahme großer Druckkräfte im Bereich der Uferpfeiler eine Bodenplatte besitzt. Die Bauwerkshöhe beträgt maximal 22 m.
Der letzte Teil ist die 512 m lange, nördliche Rampenbrücke. Das Bauwerk hat zwölf Öffnungen mit jeweils 40 m Stützweite. Das 44 m lange Übergangsfeld zur Strombrücke, sowie der Querschnitt sind wie bei der südlichen Rampenbrücke ausgebildet.
Die Überbauten ruhen auf paarweise angeordneten Stahlbetonhohlpfeilern. Diese sind auf Bohrpfählen oder Rammpfählen gegründet. Nur die Pfeiler der Hauptöffnung sowie die Widerlager besitzen eine Flachgründung.
Aufgrund einer mangelhaften Konsolbewehrung an den beiden längsbeweglichen Gelenkfugen, den Gerbergelenken, wurden Risserscheinungen im Beton im Bereich der Konsolen und Querträger beobachtet. Eine erste Instandsetzung erfolgte 1983. An jedem Steg wurden sechs vertikale Spannglieder eingebaut. Die Kosten betrugen 730.000 DM.
Von 1997 bis 1999 mussten schließlich stählerne Unterstützungskonstruktionen unter den Gerbergelenken eingebaut werden. Die Kosten betrugen 1,8 Millionen Euro. In einem Gutachten von 1998 wurde der Brücke wegen ihres Bauzustandes eine Restnutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren attestiert.
Im Rahmen des Ausbaus der Bundesstraße 5 zur BAB 23 wird die Brücke von 1967 durch zwei getrennte, nebeneinanderliegende Brückenzüge ersetzt. Baubeginn war am 10. Januar 2007. Am 19. Juni 2010 wurde die erste neue Brücke, die die Richtungsfahrbahn Nord der neuen Autobahn aufnehmen wird, eingeweiht. An diesem Tag war das Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. Seit Ende Juni 2010 steht die Brücke dem Kraftfahrzeugverkehr zur Verfügung. Anschließend folgte der Abbruch der alten Brücke und der Neubau des zweiten Überbaus. Am 24. Oktober 2015 wurde die zweite Brücke mit einem Bürgerfest eröffnet, für den Verkehr freigegeben am 19. November 2015.
Die neuen Brückenbauwerke sind mit je 15 m Breite, 1155 m Länge und 19 Öffnungen konstruktiv identisch. Die Stör wird mit Stabbogenbrücken überquert, die 120 m weit spannen und als Fahrbahnplatte eine Verbundkonstruktion besitzen.
Die Rampenbrücken sind als Verbundquerschnitt geplant und besitzen in Längsrichtung bei einer konstanten Konstruktionshöhe von zirka 3,0 m den Durchlaufträger als Bauwerkssystem. In Querrichtung ist ein einzelliger Hohlkastenverbundquerschnitt vorgesehen. Für die nördlichen Rampenbrücken sind jeweils 10 Felder mit einer Länge von 580 m geplant. Die Stützweiten vergrößern sich vom Widerlager aus von 45 m über 50 m, 55 m und 5×60 m auf 2×65 m. Für die südlichen Rampenbrücken sind jeweils acht Felder und eine Länge von 455 m vorgesehen. Die Stützweiten vergrößern sich vom Widerlager aus von 42 m über 50 m, 55 m und 3×60 m auf 2×64 m. Das Brückenbauwerk erhält eine Tiefgründung mit bis zu 20 m langen Ortbetonrammpfählen. In vier Achsen kommen wegen der Nähe zur vorhandenen Störbrücke Bohrpfähle mit 90 cm Durchmesser und Längen bis 22 m zur Ausführung.
Am 5. Februar 2011 wurde auf der für den Autoverkehr mittlerweile gesperrten alten Störbrücke ein Marathonlauf veranstaltet. Zwanzig Runden mit einer Länge von je 2120 Metern mussten zurückgelegt werden.

Kerstin Thorvall

Kerstin Hilma Margareta Thorvall (* 12. August 1925 in Eskilstuna; † 9. April 2010 in Stockholm) war eine schwedische Schriftstellerin, Illustratorin und Journalistin.

Kerstin Thorvall wurde von 1945 bis 1947 zur Modezeichnerin ausgebildet und debütierte als Schriftstellerin 1959 mit dem Buch Boken till dig („Das Buch für dich“). Thorvall illustrierte in der Anfangszeit ihres Schaffens nicht nur ihre eigenen Kinder- und Jugendbücher, sondern auch eine Reihe anderer, darunter Kalle Blomkvist och Rasmus („Kalle Blomkvist und Rasmus“) von Astrid Lindgren, das 1953 erschien. Später schrieb sie mehr für Erwachsene und arbeitete als Feuilletonistin für die schwedische Wochenzeitung Vecko-Revyn sowie die Monatszeitung Damernas Värld von 1966 bis 1975.
In ihren offenherzigen Schilderungen, unter anderem über die weibliche Sexualität, wie in dem autobiografischen Werk Det mest förbjudna („Alles was verboten ist“, 1976), erweckte sie in den 1970er Jahren eine „moralische Panik“ und gehörte damit zu den meist gescholtenen, aber auch meistgelesenen Schriftstellern Schwedens. Die Wertschätzung Thorvalls eigenartiger schriftstellerischer Werke ist unterdessen mit den Jahren gewachsen, nicht zuletzt durch eine memoirenähnliche Romantrilogie, deren erster Teil När man skjuter arbetare („Kleide den Himmel in Dunkel“) von 1993 die Ehe der Eltern verarbeitet. Hierfür erhielt sie den Moa-Preis. Der zweite Teil I skuggan av oron („Wo das Leben beginnt“) von 1995 berichtet von ihrem Verhältnis zu ihrer Mutter nach dem Tod des Vaters. In Teil drei Från Signe till Alberte („Im Licht eines neuen Tages“) von 1998 wird ihr Leben als Ehefrau und Mutter behandelt.
Thorvall war hauptsächlich Romanschriftstellerin mit vielen hochgelobten Büchern. Aber es kam vor, dass sie die eine oder andere Illustration erstellte.

Der Backzutatenverband

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Der Backzutatenverband ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin-Mitte, und verfügt über ein Büro in Wien. Als Berufsverband vertritt er die Interessen der Hersteller von im Bäckerei- bzw. Konditoreigewerbe verwendeten Zutaten. Sein Fokus richtet sich dabei ausschließlich auf Produkte für gewerbliche Weiterverarbeiter.
Zu seinen satzungsmäßigen Aufgaben gehören die Beratung und Unterstützung seiner Mitglieder in allen die Branche betreffenden wirtschaftlichen, juristischen und öffentlichkeitsrelevanten Fragestellungen, die Marktbeobachtung und die Bereitstellung und Verbreitung brancheninternen Wissens.

Der Backzutatenverband vertritt seit 1948 die Interessen seiner Branche gegenüber politischen Entscheidungsträgern und staatlichen Behörden auf Landes-, Bundes- und Europaebene – wie der EU-Kommission und dem Europäischen Parlament. Er begleitet laufende Gesetzesvorhaben und schaltet sich entweder direkt oder aber indirekt über nationale und europäische Dachverbände mit seinen Stellungnahmen in die Gesetzgebung ein und ist beratender Ansprechpartner der genannten Institutionen innerhalb dieses Geschäftsbereichs. Außerdem ist er seit 2002 auch in Österreich vertreten.
Der Backzutatenverband sucht die gemeinsame Interessensvertretung mit branchennahen Organisationen. Er ist daher Mitglied in den großen Dachverbänden der Lebensmittelbranche auf nationaler und europäischer Ebene. Hierzu zählen
Daneben engagiert der Backzutatenverband sich im Bereich der Forschung. Er unterstützt regelmäßig Projekte der vorwettbewerblichen Forschung und ist Mitglied im Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V.
Darüber hinaus ist er Mitglied in der
In enger Abstimmung arbeitet der Backzutatenverband u.a. mit folgenden Kundenverbänden und Partnern vertrauensvoll und konstruktiv zusammen:
Der Verband ist Gründungsmitglied im Netzwerk Lebensmittelforum und der DGVM.

Liste der Kulturgüter in Wiedlisbach

Die Liste der Kulturgüter in Wiedlisbach enthält alle Objekte in der Gemeinde Wiedlisbach im Kanton Bern, die gemäss der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten, dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 1966 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten sowie der Verordnung vom 17. Oktober 1984 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten unter Schutz stehen.
Objekte der Kategorie A sind im Gemeindegebiet nicht ausgewiesen, Objekte der Kategorie B sind vollständig in der Liste enthalten, Objekte der Kategorie C fehlen zurzeit (Stand: 30. Oktober 2009).

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:
Der Inhalt der Tabelle ist absteigend nach der Kulturgüterkategorie und innerhalb dieser alphabetisch sortiert.
Aarwangen | Attiswil * | Auswil * | Bannwil * | Berken * | Bettenhausen * | Bleienbach * | Busswil bei Melchnau * | Eriswil * | Farnern * | Gondiswil | Graben * | Heimenhausen * | Herzogenbuchsee | Huttwil * | Inkwil * | Langenthal | Lotzwil | Madiswil | Melchnau | Niederbipp | Niederönz * | Oberbipp | Obersteckholz * | Ochlenberg * | Oeschenbach * | Reisiswil * | Roggwil | Rohrbach * | Rohrbachgraben * | Rumisberg * | Rütschelen * | Schwarzhäusern * | Seeberg | Thörigen * | Thunstetten | Ursenbach | Walliswil bei Niederbipp * | Walliswil bei Wangen * | Walterswil | Wangen an der Aare | Wangenried * | Wiedlisbach | Wolfisberg * | Wynau | Wyssachen *
* diese Gemeinden besitzen keine Objekte der Kategorien A oder B, können aber (z. Zt. nicht dokumentierte) C-Objekte besitzen

Westwallmuseum Pirmasens

Das Westwallmuseum Pirmasens am Rande des Pirmasenser Ortsteils Niedersimten in der südwestlichen Pfalz (Bundesland Rheinland-Pfalz) ist ein Museum, das in einer ehemaligen Festung eingerichtet ist. Es hat den Krieg zum Thema und versteht sich gerade deshalb als Mahnmal zum Frieden. Gegründet wurde es durch den eingetragenen Verein HGS Gerstfeldhöhe und wird von diesem in Zusammenarbeit mit der Stadt Pirmasens betrieben.

Das Westwallmuseum liegt im unterirdischen ehemaligen Festungswerk Gerstfeldhöhe. Der Ortsteil Niedersimten zwei Kilometer südlich von Pirmasens wird über die Bitscher Straße erreicht, die weiter nach Bitsch in Frankreich führt. Zwei ausgediente Panzer kennzeichnen den Eingang zu Festung und Museum.
Im Zuge des Bauprogramms zur Errichtung des Westwalls während der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1938 das an einen riesigen Bunker erinnernde Festungswerk Gerstfeldhöhe begonnen. In den massiven Fels wurden kilometerlange gewölbte Gänge gesprengt und gehauen. Vorgesehen war eine unterirdische Schmalspurbahn, welche Soldaten und militärisches Gerät über eine Entfernung von fünf Kilometern zu den geplanten Kampfständen an der nahen französischen Grenze befördern sollte. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurde noch ein Jahr an dem Bauvorhaben weitergearbeitet, dann wurde es eingestellt.
Die Stollenanlage Gerstfeldhöhe wurde nach dem Krieg bis Anfang der 1990er Jahre von der US Army als Lager für Fahrzeug-Ersatzteile verwendet. In der Südwestpfalz verfügte die US Army über mehr als 20 solcher unterirdischer Einrichtungen.
Der Westwall, der nur teilweise vollendet wurde, erstreckt sich über rund 600 Kilometer von Weil am Ober- bis Kleve am Niederrhein. Er bestand aus annähernd 20.000 unterschiedlichen Wehranlagen. Nach dem Kriegsende 1945 wurden die meisten der Bauwerke gesprengt oder dem natürlichen Verfall überlassen. Das Festungswerk Gerstfeldhöhe ist eine der wenigen sehr gut erhaltenen Anlagen – wohl weil sie während des Krieges nie in Gebrauch war.
Im gesamten Festungswerk herrscht eine gleichbleibende Temperatur von 8 °C. Es kann während der Besuchszeiten, die auf der Website des Museums veröffentlicht sind, besichtigt werden.
Auf einem eineinhalbstündigen Rundgang, der ungefähr einen Kilometer weit durch zum Teil voll ausgebaute, zum Teil noch im Fels stehende Stollen führt, wird dem Besucher eine beeindruckende Menge an Kriegswerkzeug präsentiert, das der Betreiberverein überwiegend von privaten Sammlern erhalten hat. Auch an die Stollenwände geschriebene Kommentare und Nachrichten amerikanischer Soldaten sind zu lesen. Zu den Ausstellungsstücken gehören nicht nur eine mit allen möglichen Geschossen bestückte Waffenkammer, sondern neben Kleinteilen wie Gasmasken und Maschinengewehren auch größere Exponate, zum Beispiel eine Flugabwehrkanone von mehr als zwei Tonnen Gewicht, große Lkw und schwere Motorräder sowie ein VW Kübelwagen. Originalgetreu wurde ein Mannschaftsquartier rekonstruiert. Als stumme Statisten fungieren Schaufensterpuppen, die in Wehrmacht- und NSDAP-Uniformen gekleidet sind.
49.175587.59642Koordinaten: 49° 10′ 32″ N, 7° 35′ 47″ O

Anthony Lewis

Anthony Lewis (* 27. März 1927 in New York City; † 25. März 2013 in Cambridge, Massachusetts) war ein dem liberalen Spektrum zuzuordnender Journalist, der u. a. Editorials für die New York Times schrieb und Artikel für das New York Review of Books. Zuvor arbeitete er bei der Times als Editor (1948–1952), in deren Redaktion in Washington, D.C. (1955–1964), in der Londoner Filiale als Chefredakteur (1965–1972) und von 1969 bis 2001 als Kolumnist. Zeitweise (1952–1955) arbeitete er für die Demokratische Partei in den USA und schrieb Artikel für die Washington Daily News.
Er wuchs in New York auf, besuchte dort die Horace Mann School und später die Harvard University, die er mit einem Bachelor of Arts abschloss. In seiner Zeit in Harvard schrieb er für „The Harvard Crimson“, eine Tageszeitung, die nur von Harvardstudenten betrieben wird. Verheiratet war er mit Margaret H. Marshall und wurde in seiner ersten Ehe Vater dreier Kinder.
Noam Chomsky schätzt Lewis als verhältnismäßig weit links für US-amerikanische Medienverhältnisse ein. Seine Position helfe beim Erkennen der stillschweigenden Vereinbarungen, unter denen in den US-Medien Mainstream-konforme Diskussionen abliefen.

Lewis gewann zwei Pulitzer-Preise – den ersten 1955 für seine Reportage über ein Programm der US-Regierung und besonders über die Entlassung eines Navy-Angestellten, der über die Gründe seiner Entlassung nicht Bescheid wusste (er wurde dank Lewis’ Arbeit wieder eingestellt); den zweiten Preis bekam er 1963 für seine Berichterstattung über den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Er schrieb zudem häufig über den Gerichtshof und in verfassungsrechtlichen Angelegenheiten.
Er lehrte seit Mitte der 1970er Jahre an der Hochschule der Aufbaustudien des Journalismus der Columbia University und hatte dort seit 1982 den James-Madison-Lehrstuhl in Angelegenheiten des 1. Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika inne. Er hielt von 1974 bis 1989 Vorlesungen in Harvard und trat seit langer Zeit als Gastdozent in verschiedenen Hochschulen und Universitäten auf (z. B. in Arizona, Illinois, Kalifornien und Oregon).

Mädchen von Dröbnitz

Das Mädchen von Dröbnitz war eine hallstattzeitliche Moorleiche, die 1939 bei Dröbnitz (heute Drwęck), Landkreis Osterode in Ostpreußen, gefunden wurde. Sie war eine der wenigen dokumentierten Moorleichenfunde auf dem Gebiet Ostpreußens bzw. Osteuropas. Der Fund ging am Ende des Zweiten Weltkriegs verloren.

Das Mädchen von Dröbnitz wurde am 15. Juli 1939 von Erich Redmann, einem Arbeiter des Reichsarbeitsdienstes bei Arbeiten im Dröbnitzer Moor entdeckt. Zunächst stießen sie auf ein Stück Fell und versuchten, es aus der Erde zu ziehen, wobei sie der darin eingewickelten Leiche beide Beine aus den Hüftgelenken rissen. Die Fundmeldung ging am 19. Juli im Landesamt für Vorgeschichte ein, und am 20. Juli wurden die von ihrem ursprünglichen Fundort verlagerten Überreste geborgen. Beide Beine der Leiche waren größtenteils verloren, und bei der Nachgrabung konnte lediglich ein Oberschenkelknochen wiedergefunden werden. Der Finder Redmann wurde zu den genauen Fundumständen befragt und dazu ein Protokoll angefertigt. Anschließend wurden die Überreste in das Prussia-Museum in Königsberg gebracht, wo der Fund wissenschaftlich untersucht und konserviert wurde.
Etwaige Lage: 53° 33′ 33″ N, 20° 12′ 26″ O53.55916666666720.207222222222Koordinaten: 53° 33′ 33″ N, 20° 12′ 26″ O
Das Mädchen lag ausgestreckt auf dem Rücken und war in einen Pelzumhang gewickelt. Sowohl die Leiche als auch der Pelzumhang waren in einem sehr guten Erhaltungszustand. Ihre Arme waren über der Brust verschränkt und der Kopf nach rechts gedreht. Die genaueren Umstände wie ihre geographische Ausrichtung, die Tiefe oder die Fundschicht ließen sich nicht mehr genau ermitteln, da der Fund undokumentiert von dem Liegeplatz entfernt und die Fundstelle bereits weiter abgegraben wurde. Der Biologe Dr. Groß untersuchte die Fundstelle am 24. Juli und zog einige Proben für die Pollenanalyse. In acht Metern Entfernung ließ er eine 260 cm tiefe Bohrung im Moor durchführen. Vergleiche der an der Leiche anhaftenden Torfreste mit Proben des Dröbnitzer Moores ergaben, dass die Leiche in einer Tiefe von 160 bis 205 Zentimetern in stark zersetztem Sphagnumtorf gelegen haben muss. Als einzige Beigabe wurden Reste eines Kamms gefunden.
Bei der Moorleiche von Dröbnitz handelte es sich um ein etwa 12- bis 14-jähriges Mädchen. Ihr Körper war bis auf die bei der Bergung verloren gegangenen Beine vollständig erhalten. Die Haut war bei der Auffindung noch schwammig und weich. Eine Obduktion durch die Königsberger Mediziner Krause und Zeiger ergab, dass alle inneren Organe deutlich erkennbar waren und die Struktur der Gewebe erhalten geblieben war. Ebenso waren Knochen, Zähne und Fingernägel erhalten. Die Todesursache ließ sich weder anhand der Obduktion noch durch die von Dr. Loepp angefertigten Röntgenaufnahmen ermitteln. An den Knochen wurden insgesamt elf Harris-Linien gefunden, die wie bei der Moorleiche von Windeby I Anzeichen für wiederkehrende Phasen der Mangelernährung im Leben des Mädchens sind.
Der Magen- und Darminhalt wurde von Walter von Stokar und H. Gross untersucht. Es konnten noch zahlreiche Speisereste identifiziert werden, die vor allem aus Blättern, Blüten und Blütenknospen von Ampfer, Huflattich und Lungenkraut bestanden. Weiter wurden Reste von Erbsen, Weizen und einige wenige Fleischfasern sowie tierische Fette gefunden. Außerdem konnten die Pollen von Lungenkraut sowie von verschiedenen Gräsern, Kreuzblüten- und Hahnenfußgewächsen nachgewiesen werden. Dies lässt vermuten, dass das Mädchen vor ihrem Tode einen Brei gegessen hatte. Das Vorhandensein von Pollen von Erle, Birke und Haselnuss führte zu der Annahme, das Mädchen sei im Frühjahr gestorben.
Der Darm des Mädchens wurde von Lothar Szidat (1892–1973) untersucht, der sehr gut erhaltene Eier von zwei Parasiten nachweisen konnte. Der Darm war stark mit Peitschenwürmern, schwächer mit Spulwürmern belastet. Nach Szidat entsprach die Schwere des Befalls den Ergebnissen von Untersuchungen solcher Infektionen bei der ostpreußischen Landbevölkerung seiner Zeit. Szidat schätzte das Sterbealter des Mädchens aufgrund von Befallsstatistiken der damaligen ostpreußischen Landbevölkerung auf 15 bis 19 Jahre und damit etwas höher, als die anthropologische Untersuchung ergeben hatte.
Das Mädchen war vollständig in einen Umhang aus Schafsfell eingewickelt. Dieser war aus vier Teilstücken zusammengenäht und hatte eine Höhe von 80 und eine Breite von etwa 150 Zentimetern. Die Nähte wurden mit feinen, etwa 1 bis 1,2 mm breiten, verdrillten Lederschnüren im Überwendlichstich ausgeführt. Im Halsbereich waren die Ränder umgeschlagen. An einer Ecke des Halsbereiches waren ein Lederband und an der gegenüberliegenden eine lederne Schlaufe als Verschluss angenäht. Für einen besseren Sitz auf den Schultern waren zwei Abnäher in den Schulterbereichen des Mantels angebracht. An der unteren Kante war der Mantel durch einen angenähten Fellstreifen verlängert worden. Auf der Innenseite waren zahlreiche Stopfstellen mit aufgesetzten Lederflicken ausgebessert, die mit einem feinen Steppstich aufgenäht waren. Alle diese Nähte waren sehr sorgfältig ausgeführt. Dagegen war der quer durch den kompletten Umhang laufende Riss etwas nachlässiger mit gedrehten Sehnen vernäht. Zu diesem Umhang gibt es mehrere erhaltene Vergleichsfunde wie den des Jungen von Kayhausen, der Frau von Elling, der Frau von Haraldskær oder des Mannes aus Jürdenerfeld.
Als einzige Grabbeigabe wurden bei dem Mädchen die Reste eines einreihigen Holzkammes mit breiter Griffplatte gefunden. Dieser war relativ grob aus einem etwa drei Millimeter dicken Holzstück gearbeitet. Der in zwei Teilen erhaltene Kamm hatte ursprünglich eine Länge von etwa zehn Zentimetern. Die Griffplatte war geschweift, die Grifffläche war flächig mit Kreisaugen verziert und wies an beiden Enden Ösen auf. Durch die erhaltene Öse war eine verzwirnte Schnur aus Wolle gezogen, die deutliche Gebrauchsspuren zeigte und vermutlich zu einer Tragevorrichtung gehörte.
Eine moorgeologische Datierung aufgrund der Torfschichten oder Tiefe war nicht möglich, da diese bei der Ausgrabung nicht beachtet wurden. Die Pollenanalyse der an der Leiche anhaftenden Torfreste im Vergleich mit den in 8 Metern Entfernung gezogenen Proben ergab, dass die Leiche etwa um 500 vor Chr. in das Moor gelangt war. Typologische Vergleiche des Kamms vor allem mit Kammdarstellungen auf früheisenzeitliche Keramikgefäßen und Gesichtsurnen aus Mittel- und Osteuropa bestätigten diese Datierung in die frühe Eisenzeit, genauer in die Hallstattzeit Stufe Ha D nach Eggers zwischen 650 und 475 v. Chr.
Die Todesursache des Mädchens von Dröbnitz ließ sich nicht ermitteln, ebenso ließen sich keine Hinweise für eine Tötung finden. Die Tatsache, dass das Mädchen in einen Pelzumhang eingeschlagen wurde und auf dem Rücken ruhte, sowie der beigegebene Kamm lassen eine Bestattung wahrscheinlich erscheinen. Möglicherweise wurde diese aus unbekannten Gründen außerhalb eines Bestattungsplatzes oder Gräberfeldes und als Körperbestattung in Zeiten als die Brandbestattungssitte vorherrschte, ausgeführt. Die Deutung des Fundensembles lässt eine, vielfach bei Moorleichen beobachtete, Opferung eher unwahrscheinlich erscheinen. Torfproben vom Rücken der Moorleiche, mit darin eingelagerten Resten von Wassertieren, deuten an, dass die Leiche in einem flachen Tümpel abgelegt worden war, der schnell verlandete.

Pomaré I.

Tunuieaite atua i Tarahoi (* 1743 in Pare; † 3. September 1803 in Arue), genannt Tu oder auch Vairatoa, wurde als Pomaré I. zum ersten König der Pomaré-Dynastie auf Tahiti zwischen 1788 und 1791.

Er war zweiter Sohn des „ari’i rahi“ (König oder Haupt-Chef) Tunuieaite atua i Pare, genannt Teu (1720–1802) und seiner ersten Frau Tetupaia i Raiatea und wurde nach dessen Tod am 23. November 1802 Nachfolger als „ari’i rahi“ der nördlichen Bezirke Arue und Pare auf Tahiti. Er heiratete in zweiter Ehe Tetuanui reia i te rai, (1744 bis 16. Januar 1814), Tochter des Teihotu i Ahurai, der aus der Papara-Familie stammte, und seiner Frau Vavea Tetuanui reiaite Raiatea.
Als der Engländer Samuel Wallis als erster Europäer am 21. Juni 1767 mit der Dolphin in die Matavai-Bucht im Bezirk Haapape, dem nördlichsten Punkt der Insel Tahiti, einlief und mit seinen großen Kanonen zu feuern begann, sah er sich von etlichen Kriegs-Kanus der Eingeborenen umgeben, die an die zweitausend Mann an Bord hatten. Viele Krieger waren noch an der Küste und stiegen in Boote. An diesem Tag begann eine Schlacht, die bis zum 26. Juni andauern sollte und in der Niederlage der Eingeborenen und einer allmählichen Freundschaft gegenüber den eingedrungenen Seefahrern endete.
Zu der Zeit war Vairatoa´s Onkel Tevahitua i Patea, genannt Amo, der mit Purea (Oberea) verheiratet war, „ari’i rahi“ in Papara, dem wohl wichtigsten Familien-Clan der Insel, da er das Recht hatte, den heiligen Gurt mit den gelben Federn, den „Maro-tee“, zu tragen, oder vielmehr sein Sohn Teriirere, da Amo seine Macht nur als Vormund ausübte, da es Brauch war, dass der älteste Sohn des „ari’i rahi“ gleich nach seiner Geburt das Oberhaupt der Familie wurde.
Im Dezember 1768 kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen über die Vorherrschaft der Clans der nördlichen Bezirke. Anschließend wurde beschlossen, dass Amo als Regent ganz zurücktreten musste; die Nachfolge seines Sohnes Teriirere wurde seinen Cousin Tunuieaite atua übertragen, und Amos jüngster Bruder Teihotu wurde Regent.
Am 13. April 1769, etwa zwei Jahre nach dem Besuch von Wallis, lief Captain James Cook mit der Endeavour in die Matavai-Bucht ein. Er hatte den Auftrag der britischen Royal Society, in einem international angelegten Großprojekt den Venustransit vom 3. Juni 1769 zu beobachten, und errichtete dazu eine Sternwarte am heutigen sogenannten „Point Venus“. Die Insel nannte er „Otaheite“ und den „ari’i rahi“ in Arue und Pare Tu-nui-ea-i-te atua kurz „Otoo“.
Am 17. August 1773 kehrte James Cook nach Tahiti zurück. In seiner Begleitung befanden sich auch die beiden naturwissenschaftlich gebildeten Deutschen Johann Reinhold Forster und Georg Forster. Die Berichte der Entdecker bestimmten für lange Zeit das Bild der Europäer von der Südsee.
Als im Jahre 1788 Leutnant William Bligh von der britischen Regierung beauftragt wurde, mit der Bounty Ableger der eigenartigen Brotfrucht aus Tahiti zu besorgen, um ihre Brauchbarkeit in den verschiedenen tropischen Kolonien von Großbritannien zu erforschen, fand er einen durch Machtkämpfe mit den Clans der Nachbarinsel Eimeo (Moorea) und den Bezirken Paea und Hitiaa, stark geschwächten Tu vor.
Drei Wochen nachdem Bligh am 4. April 1788 von der Insel gesegelt war, kam es zur berühmten Meuterei auf der Bounty. Im Anschluss kamen sechzehn der Meuterer am 22. September zurück nach Tahiti, um einen 30-Fuß-Schoner zu bauen. Die Arbeit dauerte vom 12. November 1789 bis zum 5. August 1790. Mit ihrer Hilfe und ihren Waffen, den Musketen, verhalfen sie ihrem Freund und Schutzpatron Tu zu alter Macht und Stärke und sogar weit darüber hinaus, sodass er den „Maro tee“ und den „Maro ura“, den Gurt verziert mit roten Federn, in seinem Marae von Tarahoe in Arue als Symbol seiner Herrschaft tragen konnte.
Als Vairatoa am 3. September 1803 starb, hatten er und sein Sohn Tunuieaite atua die Oberhand über den nördlichen Teil der Insel erlangt.
Pomaré I. wurde eine Briefmarke von Französisch-Polynesien gewidmet.

Charles Comte de Lalaing

Comte (Graf) Charles Maximilien Jacques VI. de Lalaing, KC (* 4. März 1856 in London; † 1919) war ein belgischer Jurist und Diplomat.
Charles VI. stammte aus dem flämischen Adelsgeschlecht de Lalaing-Mouillerie. Er war ein Sohn des belgischen Diplomaten Maximilien V. de Lalaing (1811–1881) und seiner Gattin Julia Maria (∞ 17. April 1855), geborene Vibart. Sein jüngerer Bruder war der Maler Jacques de Lalaing (1858–1917). Am 12. April 1888 heiratete de Lalaing in Den Haag Christine-Louise, Baroness du Tour van Bellinchave (* 9. Januar 1866). Aus der Ehe ging unter anderem der Sohn Jacques Maximilien Paul Emmanuel de Lalaing (* 1889) hervor, der wie der Vater Diplomat wurde.
Nach einer Ausbildung zum Rechtsanwalt trat Lalaing 1879 in den belgischen diplomatischen Dienst ein. Seine frühe Laufbahn führte ihn 1881 als 2. Sekretär an die belgische Gesandtschaft in Wien, 1883 an die Gesandtschaft in Bukarest, 1886 als 1. Sekretär an die belgische Gesandtschaft in Berlin und 1887 nach Den Haag. 1889 wurde Lalaing als Botschaftsrat nach London versetzt.
Von 1893 bis 1896 wurde er als Ministerresident in Rio de Janeiro, von 1896 bis 1899 in Bukarest und von 1899 bis 1903 in Bern eingesetzt. 1903 wurde Lalaing, der seit 1884 den Rang eines Attache au Cabinet du Roi innehatte, schließlich zum belgischen Gesandten am Hof von St. James in London ernannt. 1914 beteiligte Lalaing sich an der Gründung der Commission for Relief in Belgium, einer amerikanischen Hilfsorganisation, die unter der Leitung des späteren US-Präsidenten Herbert Hoover die Verteilung von Lebensmitteln im deutschbesetzten Belgien organisierte. Edmund Dene Morel charakterisiert Lalaing für den Ersten Weltkrieg als „einen Gesellschaftsdiplomaten, der einen außerordentlichen Mangel an Verständnis“ für die britische Kriegsführung in Belgien an den Tag gelegt habe.

Watergate-Gebäudekomplex

Der Watergate-Gebäudekomplex (engl. Watergate complex) ist ein Büro-Hotel-Komplex aus dem Jahre 1967 im Nordwesten von Washington, D.C. in den Vereinigten Staaten. Er ist insbesondere als Schauplatz der Watergate-Affäre bekannt, die den Rücktritt des damaligen Präsidenten Richard Nixon zur Folge hatte.
Der Gebäudekomplex besteht aus einem Hotel, zwei Bürogebäuden, drei Appartement-Gebäuden und einem Einkaufszentrum.
Der Watergate-Gebäudekomplex wurde von dem italienischen Unternehmen Società Generale Immobiliare erbaut, das die 4 Hektar Baufläche für 10 Millionen US-Dollar erwarb. Er wurde vom italienischen Architekt Luigi Moretti entworfen.
Als am 17. Juni 1972 fünf Männer verhaftet wurden, nachdem sie in das im Watergate befindliche Hauptquartier des Democratic National Committee (die nationale Organisation der Demokratischen Partei der USA) eingebrochen waren, erreichte der Gebäudekomplex internationale Bekanntheit. Dies war der Beginn der Aufklärung der nach dem Gebäudekomplex benannten Watergate-Affäre.
Am 12. Oktober 2005 wurde er zum „National Register of Historic Places“ hinzugefügt.
Das Watergate-Hotel wurde am 21. Juli 2009 zwangsversteigert. Es gab keine Bieter, neuer Eigentümer wurde daher PB Capital, ein Tochterunternehmen der Postbank AG, welches das Gros der Hypothek hielt, 25 Mio. US Dollar.
38.89884-77.055413Koordinaten: 38° 53′ 55,8″ N, 77° 3′ 19,5″ W